Brüder vom Gemeinsamen Leben

 

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Quellen

 

Johan Cele

Dirc van Herxen

Florens Radewijns

Torrentinus

Jacobus Trajecti

 

 

 

 

 


 

Das Haus der Brüder vom Gemeinsamen Leben in Rostock. Heute Universitätsbibliothek

Die Gemeinschaft der Brüder vom Gemeinsamen Leben wurde von Florens Radewijns, einem Freund und Schüler Geert Grotes, am Ende des 14. Jahrhunderts  (um 1381) in Deventer ins Leben gerufen. Er war Priester am St. Paulusaltar der Lebuinuskirche in Deventer und sammelte eine Gruppe frommer Männer um sich in der Pastorie der Kirche (Heer Florenshuis). Er war der erste Rektor dieser Gemeinschaft und Stifter des ersten Windesheimer Männerklosters.

Wie die Schwestern vom Gemeinsamen Leben werden auch die Brüder zum status medius gezählt, den Semireligiosen, d.h., sie lebten zwar in Gemeinschaft miteinander, legten jedoch keine Gelübde ab und trugen kein Ordenshabit. 

Die Brüder vom Gemeinsamen Leben lebten von der Handarbeit. Diese bestand vor allem im Kopieren und Binden zahlreicher Bücher. Das Abschreiben der Bücher diente jedoch nicht nur dem Lebensunterhalt, sondern bildete einen wichtigen Aspekt der Spiritualität dieser Gemeinschaft: Beim Abschreiben vertieften sich die Brüder in den Inhalt der Texte, überdachten ihn, exzerpierten wichtige Einzelheiten in ihre Rapiarien und meditierten über den Stoff. Kopieren, Lektüre und Meditation hingen eng miteinander zusammen.

Die Brüder vom Gemeinsamen Leben waren organisiert im Kolloquium von Zwolle (Niederländische Häuser), im Kolloquium von Münster (Norddeutsche Bruderhäuser) und im Generalkapitel von Marienthal (Süddeutsche Bruderhäuser, die dort allerdings den Status von Kanonikerkollegien hatten).

 

Literatur

Elm, K.,'Die Bruderschaft vom Gemeinsamen Leben. Eine geistliche Lebensform zwischen Kloster und Welt, Mittelalter und Neuzeit', in: Ons Geestelijk Erf 59 (1985), 470-496. Auch erschienen in: K. Elm, Mittelalterliches Ordensleben in Westfalen und am Niederrhein. Paderborn 1989, 214-230. [Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 27]

G. Faix, Gabriel Biel und die Brüder vom Gemeinsamen Leben. Quellen und Untersuchungen zu Verfassung und Selbstverständnis des Oberdeutschen Generalkapitels. Tübingen 1999 [Spätmittelalter und Reformation 11]

Kock 1999

Krüger, Nilüfer, Von der Klosterdruckerei zur wissenschaftlichen Bibliothek. Das Miachaeliskloster der Brüder vom Gemeinsamen Leben in Rostock. Rostock, Universitätsbibliothek, Schriften-Tausch, 2004 [Veröffentlichungen der Universitätsbibliothek Rostock 134]

Post 1968

Ruh 1999

 

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zuletzt bearbeitet am 20-01-2013

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