Heideklöster

 

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Quellen

Reformklöster

Ebstorf

Isenhagen

Lüne

Medingen

Walsrode

Wienhausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sechs Frauenklöster im Umkreis von Lüneburg, die "Lüneburger Frauenklöster" oder "Heideklöster" haben im 20. Jahrhundert bei Hymnologen und Kunsthistorikern wegen der aus ihnen erhaltenen Kunstschätze und Handschriften eine beachtliche Bekanntheit erlangt. Ursprünglich waren diese Gemeinschaften Zisterzienserinnenklöster und Benediktinerinnenklöster. Ihre Bewohnerinnen rekrutierten sich zum grossen Teil aus Lüneburger Patrizierfamilien. 

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts unterzogen sie sich zwangsweise der norddeutschen Klosterreform. Diese als Klosterreform oder Windesheimer Reform bekannte Reformierung der Lüneburger Frauenklöster darf den Bestrebungen des Windesheimer Kanonikers Johannes Busch zugerechnet werden und
wurde von den Bischöfen von Hildesheim und Verden mit Gewalt durchgeführt. Zwei Klöster sind im Stil der Windesheimer Reform (Wienhausen, Medingen), vier im Zuge der Bursfelder Reform (Ebstorf, Isenhagen, Lüne, Walsrode) reformiert. Ein Einfluss der Devotio moderna ist aber nicht nur in Wienhausen und Medingen feststellbar, sondern auch in den anderen vier Frauenklöstern.

Nur kurze Zeit nach der Klosterreform sahen sich die Konvente mit der Reformation lutherischer Prägung einer erneuten Änderung ihres
klösterlichen Lebens konfrontiert. Wieder boten sie erbitterten Widerstand, doch wurde der Konfessionswechsel in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in allen sechs Klöstern durchgeführt.

Zwei Reformen innerhalb eines Jahrhunderts bedeuteten rein mate-
riell für Hunderte von Handschriften eine vorzeitig eingetretene Nutzlosigkeit. Liturgische Bücher und Andachtsbücher wurden ausrangiert, weggegeben, in Sicherheit gebracht und schließlich ersetzt. Ein Teil des überflüssig gewordenen Materials wurde
als Makulatur in Einbänden verarbeitet und blieb in dieser Form bis in die heutige Zeit erhalten. Der Großteil der mittelalterlichen Handschriften muss jedoch als unwiederbringlich verloren gelten.

Nach der Reformation wurden die Klöster  in evangelische Damenstifte umgewandelt, die bis heute von Äbtissinnen geleitet werden. 

Aus diesen Klöstern sind Handschriften und Handschriftenfragmente mit Notation aus dem 12. bis 16. Jahrhundert erhalten: vor allem Fragmente liturgischer Bücher, niederdeutsche Gebetbücher mit neumierten lateinischen und niederdeutschen Gesängen (Medingen). Diese Handschriften sind inventarisiert in Hascher-Burger, Verborgene Klänge.

 

Literatur

Hascher-Burger, Verborgene Klänge

Hascher-Burger, Mittelalterliche Handschriften

Koldau 2005

Lähnemann, "Per organa"

Lesser 2005

P. Bange, 'De hervorming van de Saksische vrouwenkloosters als verhaald door Johannes Busch in boek II van zijn Liber de reformatione monasteriorum', in:A. J. Hendrikman u.a., Windesheim 1395-1995. Kloosters, Teksten, Invloeden. Nijmegen 1996,S. 143-153.

Riggert 1996

Schlotheuber 2004

 

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zuletzt bearbeitet am 20-01-2013

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