TertiarInnen

 

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 Im Lauf des 15. Jahrhunderts strebten vor allem viele Schwesterngemeinschaften einen klosterähnlichen Status an. Sie nahmen die franziskanische Drittordensregel an, die ihnen erlaubte, als Laien ohne Gelübde unter klosterähnlichen Bedingungen zu leben. Als Drittordensangehörige genossen sie einen anerkannten kirchenrechtlichen Status, im Gegensatz zu den Schwestern und Brüdern vom Gemeinsamen Leben. Auch trugen sie ein Habit.

Die Tertiaren und Tertiarinnen der mittelalterlichen Diözese Utrecht haben zwar in juristischer Hinsicht die Regel des franziskanischen dritten Ordens übernommen, doch stimmt die neuere Forschung darin überein, dass diese Gemeinschaften der Bewegung der Devotio moderna zuzurechnen sind. Es gab keine Verbindungen zur franziskanischen Ordensprovinz, die Rektoren, Beichtväter und Visitatoren der Konvente kamen aus den Männergemeinschaften der Devotio moderna, nicht aus Franziskanerklöstern. 

Die Drittordensklöster der Devotio Moderna waren in zwei Kapiteln organisiert: die niederländischen Häuser im Kapitel von Utrecht und die norddeutschen Häuser im Kapitel von Köln.

Viele TertiarInnenhäuser unterwarfen sich im  späten 15. und im 16. Jahrhunderts einem beschleunigten Verklosterungsprozess. Einerseits wurde, wie H. van Engen nachgewiesen hat, seit 1487 das Ablegen der Klostergelübde auch für TertiarInnen vorgeschrieben. Andere Gemeinschaften nahmen die Augustinerregel an. So entstanden zahlreiche Häuser für Augustiner Regularkanonikerinnen, von denen jedoch nur ganz wenige zum Kapitel von Windesheim zugelassen waren. Die meisten waren beim Kapitel von Sion angeschlossen.

Über die Musikkultur der Drittordensklöster wissen wir noch nicht viel. Undeutlich ist, ob sie - da kein lateinisches Officium gefeiert wurde, sondern Gebetsstunden mit Hilfe des Stundenbuchs -  der lateinischen Sprache wenigstens in Ansätzen mächtig waren. Die hier begonnene Quellensammlung kann hoffentlich eines Tages eine Basis für genauere Untersuchungen bilden.

 

Literatur

Van Engen 2006

Corbellini & Van Engen 2005

Koen  Goudriaan,  “De derde orde van Sint Franciscus in het bisdom Utrecht”, in: Jaarboek voor Middeleeuwse Geschiedenis 1 (1998) 205-260.  

Florence W.J. Koorn, 'Het Kapittel van Utrecht',in: A. J. Hendrikman u.a., Windesheim 1395-1995. Kloosters, Teksten, Invloeden. Nijmegen 1996, 131-142.

De Loos 2002, 168-176

F. van der Pol und M. Smit (Red.), De susteren van Sint-Agnetenhuus. De geschiedenis, materiële cultuur en spiritualiteit van het Kamper Agnietenconvent. Kampen 1997.

 

Online Repertoria:

Bronnen met betrekking tot het Kapittel van Utrecht van de derde orde van Sint-Franciscus (1256-1579)

Monasticon Trajectense: Repertorium aller Konvente im mittelalterlichen Bistum Utrecht, die irgendwann in ihrer Geschichte nach der Regel des franziskanischen dritten Ordens gelebt haben.

 

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zuletzt bearbeitet am 27-01-2014

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