Thomas a Kempis

 

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Quellen

Windesheimer

 

 

 

 

                           

            Denkmal Thomas a Kempis in Kempen/Niederrhein      

  

Lebenslauf

Geboren als Thomas Hemerken zwischen 1379 und 1380 in Kempen am Niederrhein als Sohn einer Handwerkerfamilie. Mit etwa 13 Jahren kam er in die Schule der Brüder vom Gemeinsamen Leben in Deventer, danach trat er in das Chorherrenstift Agnietenberg bei Zwolle ein. 1407 legte er dort seine Profess ab, 1413/14 wurde er zum Priester geweiht. Von 1425-1431 und seit 1448 war er Subprior im selben Kloster, ab 1448 auch Novizenmeister. Er starb 1471 im Kloster Agnietenberg.

 

Werke

Das berühmteste Werk, das mit seinem Namen verbunden wird, sind die vier Bücher von De imitatione Christi. Thomas' Autorschaft ist jedoch umstritten. In Liedern der Devotio Moderna sind neben Gedankengut aus De imitatione  auch Einflüsse seiner Traktate Vallis liliorum und Hortulus rosarum feststellbar.

Von Thomas a Kempis sind drei Autographe bekannt, das Brüsseler Autograph von 1456 enthält auch Musik (Brüssel 4585-87).

 

Musik

Schon in die frühesten gedruckten Ausgaben der Werke Thomas' vom Ende des 15. Jahrhunderts sind sieben Cantica (ohne Notation) aufgenommen. Das ist umso bemerkenswerter, als die Lieder der Devotio Moderna im allgemeinen anonym überliefert sind. Auch die handschriftliche Überlieferung der Thomas zugeschriebenen Cantica ist anonym. Das Corpus der Thomas zugeschriebenen Cantica schwoll im Laufe der Jahrhunderte an. Den Höhepunkt bilden die 110 Cantica im  vierten Band der siebenbändigen Gesamtausgabe der Werke Thomas' von Michael Pohl im Jahr 1918. Kurz danach wurden erste kritische Stimmen laut, die eine Autorschaft Thomas' bezweifelten. Die Diskussion bezieht sich bisher jedoch vor allem auf Fragen des Texts. Obwohl viele der Thomas zugeschriebenen Lieder in Handschriften mit Musik überliefert sind, wurde die Frage nach Thomas als "Komponisten"  seltener gestellt als die Frager nach Thomas als Dichter der Cantica.

 

Literatur

Analecta Hymnica Bd. 48, S. 475-514.

Zur handschriftlichen Überlieferung der Thomas zugeschriebenen Cantica: Bodemann-Kornhaas 2002, S. 148-151

C.E.H. de Coussemaker, "Chants liturgiques de Thomas a Kempis", in: Messager des sciences historiques des arts et de la bibliographie de Belgique 1856, Gent 1856, S. 66-81.

Ewerhart 1955,  S. 147, Anm. 66.

Hascher-Burger, Lieder Thomas a Kempis

Gisela Kornrumpf, "Das Cantica-Corpus in Pohls Opera omnia des Thomas von Kempen. Versuch einer kritischen Würdigung", in: Ulrike Bodemann, Nikolaus Staubach (Hrsg.), Aus dem Winkel in die Welt. Die Bücher des Thomas von Kempen und ihre Schicksale. Frankfurt a. M. 2006, 255-276 [Tradition-Reform-Innovation. Studien zur Modernität des Mittelalters, Bd. 11]

Pohl 1918

Post 1968, S. 524-533.

Ruh 1999, S. 186-194

 

Website

Thomas-Archiv in Kempen: http://www.thomas-archiv-online.de/

 

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zuletzt bearbeitet am 02-07-2011

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